In BeReal habt ihr nur 2 Minuten für euer Foto des Tages – TikTok kopiert den Dienst bereits!

BeReal soll ein echter Konkurrent für Instagram, Snapchat und Co. sein – aber ob es funktioniert, uns UserInnen Authentizität aufzuzwingen? Ich habe mir die neue Applikation einmal angeschaut und will euch hier die Vor- und Nachteile niederschreiben – auch wenn BeReal alles andere als eine Spiele-App ist.

Mittlerweile hat auch TikTok den Hype erkannt und kopiert BeReal und nennt seinen Service TikTok Now – diese zeigte sich zuletzt mit stark wachsende Downloadzahlen.

BeReal stammt von den beiden Franzosen Alexis Barreyat und Kévin Perreau und ist eigentlich schon 2019 erschienen, aber niemand hatte sich bis dato um die App gekümmert oder diese wahrgenommen. Das hat sich in den letzten Wochen extrem geändert und alle – vor allem die Medien – reden und schreiben über BeReal. Aktuell nutzen mehr als 7,6 Millionen Menschen weltweit diese App.

BeReal will euch am echten Leben eurer Freunde teilhaben

Genug geschwafelt, denn noch wisst ihr vielleicht nicht, was euch erwartet. Die Idee hinter dieser Anwendung ist so simpel wie neu: Jeden Tag erhaltet ihr zu einer anderen Uhrzeit eine Aufforderung, ein Foto zu posten. Das war es an sich auch schon. Dass das für einen neuen Hype aber nicht ausreicht, ist klar. Also, was macht den Reiz aus, den die App scheinbar auslöst?

Und so funktioniert\’s: Nach der Installation der App müsst ihr euren Namen angeben und euer Geburtsdatum. Eure Mobilfunknummer ist natürlich fast die wichtigste Angabe, denn ohne Rufnummer werdet ihr über den Zeitpunkts, an dem ihr ein Foto machen sollt, nicht informiert werden können.

Das ist mein erstes BeReal-Foto
Das ist mein erstes BeReal-Foto aus meiner Küche

Habt ihr eure Nummer eingegeben, müsst ihr diese mit einem Code, der euch per Nachricht geschickt wird, bestätigen. Abschließend müsst ihr noch einen Benutzernamen eingeben (ich bin mahjonbln, denn mahjon war schon vergeben).

Ist dies erledigt, müsst ihr den Zugriff auf eure Kontakte zulassen, denn nur so werdet ihr herausfinden können, welche eurer Freunde BeReal bereits nutzen. Ich mag es kaum glauben, aber sechs meiner Kontakte nutzen bereits diese Applikation. Das hätte ich nicht gedacht!

Erlaubt der App, euch Nachrichten zu schicken, denn ansonsten erfahrt ihr nicht, wann ihr ein Foto schießen müsst.

Erstellt dann euer erstes Foto und schickt dieses ab – meines erschien (logischerweise) zu spät, denn der offizielle Zeitpunkt war offensichtlich heute Nachmittag – da hatte ich aber andere Dinge zu erledigen.

Der Clou: Der Zeitpunkt ist immer ein anderer – und alle Nutzer der App BeReal erhalten zeitgleich die Aufforderung, innerhalb von 120 Sekunden ein Foto zu schießen. Ein Schnappschuss ohne Filter, ohne Auswahl, ohne Verzögerung. Die geposteten Aufnahmen löschen sich automatisch nach 24 Stunden.

Die öffentlichen Fotos sind jederzeit einsehbar

Eure FreundInnen können über Synchronisation mit den eigenen Kontakten oder mit der Suche nach UserInnen gefunden werden. Zudem können Profile aus dem öffentlichen Feed als FreundInnen hinzugefügt werden. Nach dem Posten eines Bildes kann diesem eine Bild-Unterschrift hinzugefügt werden.

Das gefällt mir an BeReal

Das Schöne ist, dass nur eure Freunde, denen ihr Anfragen schickt (und die angenommen werden müssen!) euer Foto für diesen Tag sehen können.

In diesen zwei Minuten wird es vermutlich niemanden gelingen, sich aufzuhübschen oder einen tollen Hintergrund zu suchen, um andere UserInnen neidisch zu machen. Das Foto, das dann erstellt wird, zeigt die nackte Wahrheit.

Wichtig: Wird das zweiminütige Zeitfenster überschritten, gilt das als „zu spät“ und ihr werdet die Fotos eurer Freunde wieder sehen können, wenn euer eigenes Bild veröffentlicht wurde.

Der zweite Clou: Es wird nicht nur eine Frontaufnahme gemacht, sondern auch eine mit der Rückkamera. Man erhält somit ein simultanes Doppelfoto, das Foto-Lügen sofort aufdeckt.

Wichtig 2: Wenn ihr es schafft, innerhalb des kurzen Zeitlimits von 2 Minuten, mehre Fotos zu machen, weil euch das aktuelle nicht gefällt, solltet ihr wissen, dass die App sich das merkt und auch anzeigt.

Die App hat keine „Gefällt mir“-Funktion

Seit Jahren sind wir alle gewohnt, Dinge, Fotos und Postings mit einem Smiley oder einem doofen Spruch zu kommentieren. Es gibt bei dieser App nicht die Möglichkeit, einen Like-Button zu drücken. Aber keine Sorge, ihr könnt auf die Freundesfotos mit einem RealMoji reagieren.

Emojis sind heute ein untrennbarer Bestandteil der Kommunikation in allen sozialen Medien und Messaging-Plattformen - in BeReal sind dies sogenannte RealMojis
Emojis sind heute ein untrennbarer Bestandteil der Kommunikation in allen sozialen Medien und Messaging-Plattformen – in dieser App sind dies sogenannte RealMojis

Ein RealMoji ist ein Emoji mit einem Selfie, das eine Emoji-Reaktion nachahmt. Alles klar?

Das stört mich an BeReal

Komisch ist, dass man unter den FAQ keine Antworten erhält und obwohl die App auch auf dem deutschen Markt angeboten wird, diese FAQs nicht in deutscher Sprache erhältlich sind.

Zudem ist mir folgendes aufgefallen: Meine App stürzte mehrfach ab und meldet, dass ich eine Phantombenachrichtigung habe, obwohl es keine neuen Benachrichtigungen für mich gab. Ich weiß nicht, ob dies nur an meinem iPhone 13 liegt (ich nutze die aktuellste Version) oder an der App.

Fazit: Zweifellos ist BeReal irgendwie ein Spaß. , aber es ist nervig, jedes Mal benachrichtigt zu werden, wenn jemand zu spät postet. Wirklich cool wird es erst, wenn man BeReal mit seinen echten und eigenen Freund:innen nutzt. Allerdings ist BeReal meiner Meinung nach noch zu unbekannt – ich habe zwar bereits sechs Freunde, die ich mit meinem Foto beglücken könnte, aber meine allerengsten sind nicht dabei. Oder: noch nicht!

Falls ihr gar keine Freundinnen habt, könnt ihr mit Coella eine neue BF finden.

Hier gibt es die Links zur App BeReal