Monster Mathe ist für Kids bis zur 4. Klasse (Credit: KI generiert)
Manchmal entstehen die besten Apps nicht in einem großen Entwicklerstudio, sondern am Küchentisch. Auf Monster Mathe bin ich eher zufällig über LinkedIn gestoßen. Dort erzählte Christian Gärtner aus Mering, wie die neue Mathe-App entstanden ist: Sein Sohn Ben wollte eine App, in der man Monster sammeln kann. Sein Vater wollte wiederum, dass er Rechnen übt. Also entwickelte er kurzerhand eine App, die beides miteinander verbindet.
Und dann wäre da noch Fred. Das blaue Monster, das die Kinder durch die App begleitet, wurde nämlich von Ben selbst so getauft. Sehr süß.
Das Inhaltsverzeichnis
Das Ergebnis heißt Monster Mathe und richtet sich an Grundschulkinder der ersten bis vierten Klasse. Die App ist kostenlos, enthält keine Werbung und keine In-App-Käufe. Besonders interessant für Eltern: Es ist weder eine Anmeldung noch ein Benutzerkonto notwendig und die App benötigt nach der Installation keine Internetverbindung. Aktuell ist sie nur für iOS erhältlich, aber eine Android-Version wird in den folgenden Wochen folgen!
Was ist Monster Mathe?
Monster Mathe ist keine riesige Lernplattform, die versucht, sämtliche Schulfächer von der ersten Klasse bis zum Abitur abzudecken. Die App konzentriert sich ganz bewusst auf das Rechnen in der Grundschule.

Kinder trainieren unter anderem:
- Addition und Subtraktion
- das Einmaleins
- Geld und Rechnen mit Geldbeträgen
- Längen
- Uhrzeiten
Die Aufgaben orientieren sich nach Angaben des Entwicklers am bayerischen LehrplanPLUS für die Klassen 1 bis 4.
Eine Übungsrunde besteht aus gerade einmal zehn Aufgaben und dauert ca. zwei bis drei Minuten. Das gefällt mir als Konzept ausgesprochen gut. Gerade Grundschulkinder müssen schließlich nicht 30 oder 40 Minuten am Stück vor einem Tablet sitzen, damit eine Lern-App sinnvoll ist.
Zehn Aufgaben kann man auch noch schnell vor dem Abendessen, auf einer längeren Zugfahrt oder zwischendurch erledigen.
Fehler werden bei Monster Mathe anders behandelt
Ein weiterer Punkt hat mich neugierig gemacht. Christian Gärtner wollte offensichtlich keine Lern-App entwickeln, die Kindern ständig signalisiert, dass sie gerade etwas falsch gemacht haben.
Deshalb gibt es bei einer falschen Antwort kein großes rotes Kreuz und keinen unangenehmen Fehlerton.

Stattdessen erhält das Kind einen zweiten Versuch. Klappt es anschließend noch nicht, zeigt Monster Mathe den Rechenweg. Die entsprechende Aufgabe taucht außerdem noch einmal in derselben Runde auf.
Ich finde diesen Ansatz gerade bei jüngeren Kindern interessant. Natürlich müssen Kinder lernen, dass Antworten richtig oder falsch sein können. Aber dazu braucht es nicht unbedingt ein schrilles Geräusch oder ein riesiges rotes X auf dem Bildschirm.
Fred wächst mit
Damit das Ganze trotzdem ein Spiel bleibt, gibt es Monster zu sammeln. Im Mittelpunkt steht Fred, ein blaues Monster mit einem Auge und zwei Hörnern. Schon nach wenigen Spielrunden werden weitere Monster freigeschaltet. So beispielsweise Schlappohr.

Ihn erhalten die kleinen GamerInnen, wenn sie 25 Aufgaben richtig gelöst haben.
Auf klassische Mechanismen vieler Mobile Games wurde dagegen bewusst verzichtet. Es gibt beispielsweise keine tägliche Serie, die verloren geht, wenn das Kind einmal einen Tag nicht spielt. Ebenso wenig wartet ein traurig dreinschauendes Monster darauf, dass endlich wieder gelernt wird.
Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit, ist aber ein ziemlich großer Unterschied zu vielen Apps.
Denn Streaks, tägliche Belohnungen und künstlich erzeugte Verlustängste funktionieren bei Erwachsenen schon erstaunlich gut. Bei einer App für Grundschulkinder braucht es solche Mechanismen meiner Meinung nach erst recht nicht.
Drei Bereiche sind schon spielbar, zwei weitere angekündigt
Monster Mathe ist aktuell in drei Lernbereiche unterteilt. In der Tagesrunde warten jeden Tag zehn gemischte Aufgaben aus verschiedenen Themengebieten. Das eignet sich gut für eine kurze Übung zwischendurch, ohne dass Kinder erst lange auswählen müssen, was sie trainieren möchten.
Im Zahlenland dreht sich alles ums Rechnen und darum, Zahlen besser zu verstehen. Hier üben Kinder grundlegende mathematische Fähigkeiten, die sie in der Grundschule immer wieder brauchen.

Die Messwerkstatt beschäftigt sich dagegen mit Mathematik aus dem Alltag. Hier geht es unter anderem um Geld, Längen, Zeit und Gewicht. Gerade diese Aufgaben finde ich sinnvoll, weil Kinder dabei schnell merken, dass Mathe eben nicht nur aus Zahlen auf einem Arbeitsblatt besteht.
Damit soll es aber nicht bleiben. Zwei weitere Bereiche werden in der App bereits angekündigt. Im Formenwald sollen sich Kinder künftig mit geometrischen Formen beschäftigen. Bei der Zufallshöhe wird dagegen gewürfelt. Wie genau dieser Bereich später funktioniert, bleibt derzeit noch offen.
Fred geht auf Heldenreise
Besonders nett gelöst ist auch Freds Heldenreise. Sie ersetzt den typischen täglichen Streak, den man aus vielen Apps kennt.

Jeder Tag, an dem das Kind Monster Mathe nutzt, bedeutet einen neuen Schritt auf Freds Reise. An jeder Station wächst Fred ein kleines Stück weiter. Wichtig ist dabei: Es geht ausschließlich vorwärts.
Spielt das Kind einmal einen Tag nicht, verliert es nichts. Es gibt keinen zurückgesetzten Fortschritt, keinen verschwundenen Bonus und keinen künstlichen Druck, die App unbedingt täglich öffnen zu müssen.
Genau das passt gut zum gesamten Konzept von Monster Mathe. Die App möchte Kinder zum Rechnen motivieren, ohne daraus eine Pflicht zu machen. Fred wächst weiter, wenn das Kind wiederkommt. Wann das passiert, ist aber nicht entscheidend.
Komplett offline und ohne Benutzerkonto
Für Eltern dürfte ein anderer Punkt fast noch wichtiger sein: Monster Mathe funktioniert offline.
Es gibt kein Benutzerkonto und keine Anmeldung und es werden von der App auch keine Daten erhoben. Der Spielstand bleibt lokal auf dem Gerät.
Das bedeutet auch, dass Monster Mathe unterwegs genutzt werden kann, wenn gerade kein WLAN oder Mobilfunknetz verfügbar ist. Gerade auf Reisen ist das praktisch. Ein iPad ins Auto oder in den Zug mitnehmen, App öffnen und ein paar Runden rechnen. Eine Internetverbindung ist, wie eingangs geschrieben, dafür nicht nötig.
Es gibt auch einen Bereich für Eltern
Monster Mathe besitzt, ich nenne ihn einfach mal so, einen eigenen Elternbereich (zu finden unter Einstellungen im rechten oberen Bereich). Dort lässt sich für die verschiedenen Themen nachvollziehen, welche Stufe das Kind erreicht hat. Selbst das Zurücksetzen des Lernfortschritts ist abgesichert. Dafür muss zunächst eine Rechenaufgabe gelöst werden. Kinder können ihren Spielstand also nicht versehentlich mit einem einzigen Fingertipp löschen.
Monster Mathe oder ANTON: Welche Lern-App ist besser geeignet?
Wer Lern-Apps für Kinder kennt, wird ziemlich schnell an ANTON denken. Die App gehört längst zu den bekanntesten Lernanwendungen für Schüler und wird auch an vielen Schulen eingesetzt.
Wir haben ANTON bereits ausführlich auf Kostenlose-Spiele-Apps.de vorgestellt. Beide Apps verfolgen allerdings unterschiedliche Ansätze.

ANTON ist wesentlich umfangreicher. Die Plattform umfasst inzwischen nicht nur Mathematik, sondern unter anderem Deutsch, Englisch, Sachunterricht, Biologie, Chemie, Physik, Geschichte, Musik und weitere Fächer. Die Inhalte reichen mittlerweile von der Vorschule bis zur Oberstufe. Nach Angaben des Anbieters stehen mehr als 100.000 Aufgaben und über 200 interaktive Übungstypen zur Verfügung.
Monster Mathe macht genau das Gegenteil.
Die App beschränkt sich auf Mathematik in der Grundschule und versucht gar nicht erst, alles abzudecken. Das kann durchaus ein Vorteil sein. Ein Kind, das einfach zehn Minuten Kopfrechnen oder das Einmaleins üben soll, muss sich nicht erst durch zahlreiche Fächer, Kurse und Untermenüs bewegen.
Beim Offline-Modus gibt es ebenfalls einen Unterschied: Monster Mathe funktioniert grundsätzlich ohne Internetverbindung. Bei ANTON gehört das Herunterladen von Lerninhalten für die spätere Offline-Nutzung dagegen zu ANTON-Plus.
Dafür bietet ANTON natürlich einen ungleich größeren Lernumfang und begleitet Kinder weit über die Grundschule hinaus. Aber es ging Christian Gärnter auch sicherlich nicht darum, ein ANTON-Konkurrenzprodukt auf den Markt zu bringen. Monster Mathe ist für Ben (gemacht). Punkt!
Wie schlägt sich Monster Mathe gegen andere Lern-Apps?
Auch andere Apps verfolgen inzwischen ähnliche Konzepte.
- Lernzauber richtet sich ebenfalls an Kinder der Klassen 1 bis 4, funktioniert offline und verzichtet auf Werbung und Zeitdruck. Allerdings bietet die App gleich acht Grundschulfächer. Ein Teil der Inhalte ist kostenlos, aber für den vollständigen Zugriff gibt es ein Familien-Abo. Und wie gesagt: Monster Mathe ist komplett kostenlos!
- Scoyo deckt ebenfalls mehrere Fächer ab und orientiert seine Inhalte an den Lehrplänen der Bundesländer. Die Anwendung lässt sich zunächst ausprobieren, für die dauerhafte Nutzung des vollständigen Angebots ist anschließend jedoch ein kostenpflichtiger Zugang vorgesehen.

Mein Fazit zu Monster Mathe
Monster Mathe will nicht die nächste gigantische Lernplattform werden. Und gerade das gefällt mir an der Idee. Die App verfolgt ein sehr einfaches Prinzip: App öffnen, zehn Aufgaben rechnen, Monster sammeln und wieder aufhören.
Kein Konto. Keine Werbung. Keine In-App-Käufe. Keine tägliche Serie, die unbedingt weitergeführt werden muss. Und kein Internetzwang.
Mit ANTON kann Monster Mathe beim Umfang natürlich nicht mithalten. Das muss die App aber auch überhaupt nicht.
ANTON eignet sich hervorragend, wenn Kinder verschiedene Schulfächer lernen, gezielt Themen suchen oder die App über viele Schuljahre hinweg verwenden sollen. Monster Mathe ist dagegen eine kleine App für einen klar umrissenen Zweck: Grundschulkindern das regelmäßige Rechnen etwas angenehmer zu machen.
Und manchmal ist weniger tatsächlich mehr.
Wie gut das Konzept langfristig bei Kindern ankommt, wird sich allerdings erst zeigen müssen. Monster Mathe ist noch ganz neu im App Store und hat derzeit erst eine einzige Bewertung. Für eine belastbare Einschätzung anhand von Nutzerrezensionen ist es deshalb noch deutlich zu früh.
Die Grundidee gefällt mir aber: Ein Vater möchte seinem Sohn das Rechnen näherbringen, der Sohn möchte lieber Monster sammeln und am Ende bekommen beide ihren Willen.
Und Ben durfte sogar bestimmen, dass das Monster Fred heißt.
Die wichtigsten Fakten zu Monster Mathe
- für Kinder der Klassen 1 bis 4
- Mathematik und Rechentraining
- kurze Runden mit jeweils zehn Aufgaben
- Aufgaben passen sich dem Lernstand an
- Monster können gesammelt werden
- Elternbereich vorhanden
- kostenlos
- keine Werbung
- keine In-App-Käufe
- kein Benutzerkonto notwendig
- offline nutzbar
- laut Entwickler keine Datenerhebung
- aktuell für iPhone und iPad erhältlich
- die App ist knapp 57 MB groß
- benötigt iOS beziehungsweise iPadOS 16.4 oder neuer
Hier gibt es Monster Mathe für iOS.
Ich wünsche euch viel Erfolg, Ben, Fred & Christian.